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"Life in Disorder"

 

 

"less than fashionable" nennt sich das erste, selbstproduzierte Release der Welser "Life in Disorder". Aha, also schauen wir mal ob die Cd wirklich weniger als fashionable ist. Pop-Punk soll es sein, okay. 

Der erste Eindruck durch die Aufmachung ist schon mal gut. Das Frontcover zeigt die Bandmitglieder und Bandname und Titel der CD sind gut lesbar. 
Das Inlay zeigt diverse Bilder der Band live und beim Recording. Wirkt auf mich wie eine Band die Spass an der Musik hat und trotzdem mit Ernst bei der Sache ist. Das gleiche Bild zeichnen auch die bisher zu findenden Interviews im Internet.  

 
Nachlese hier: 
www.regioactive.de/lifeindisorder
www.nachrichten.at/freizeit/musik/art543,711027

 


Als Einflüsse zitieren sie auf ihrer Facebookseite "Girls & Boys, Love & Hate, Life & Death, Peace & War". Kann ich mir jetzt wenig drunter vorstellen, aber gut so, ich hab nämlich genug von Bands, die als Einflüsse ihre Lieblingsbands aufzählen und dann entweder nach ganz was anderes klingen oder unter "Einflüsse" geklaute Riffs verstehen. 

Anscheinend sind "Life in Disorder" also eine sympathische junge Band und die Cd mit ihren 11 Tracks und einer Spieldauer von 43:31 kommt jetzt mal in den Player. 

1 - "Once Again": Der Opener zeigt schon mal warum die selbstgewählte Genrebezeichnung PopPunk ist: repitives Singlenotelick ber Powerchords, treibende Strophe und zweistimmiger Mitsingrefrain. 

2 - "Jump": gleiche Liga, aber eine etwas schnellere Nummer. Cooler Refrain, auch die Breaks sind gut gewählt. 

3 - "Visions of my Summer": Hm, h, ja. Aaalso, die Strophe erinnert schon sehr stark an "Lasse Redn" von den Ärzten. Aber Schwamm drüber, ich verbuch das mit ein wenig goodwill als Hommage an die Ärzte, denn der Refrain wiederum ist recht cool und lädt zum Mitsingen ein. 

4 - "K.I.A.": cleane Gitarre zu Beginn, entwickelt sich zur treibenden Midtemponummer. Wiedererkennungswert vor allem durch die Wiederholung von "dear..." in den Lyrics. 

5 - "Wakin' up (alone)": Irgendwoher kenn ich die Melodie, kanns aber gerade nicht zuordnen. Die Nummer haut mich jetzt nicht vom Hocker, dümpelt halt so vor sich hin. 

6 - "Dance ( the dj made us fall apart)": Oha, utzta utzta? Ja, ich geb zu, sowas ist berhaupt nicht meins und der Technobeat zu Beginn hat mich erstmal ziemlich verstört. Die Nummer bricht total mit dem Flow der bisherigen Songs. Aber beim Weiterhören, es passt irgendwie doch! Partynummer mit Hitpotential hier! 

7 - "Take Me By The Hand": Die zweistimmige Strophe zu Beginn schiebt den Song ziemlich an. Sowas sollten sie öfter machen und mehr aus dem PopPunk-Genre ausbrechen! 

8 - "Perfect World": Ja okay. Und kaum hab ich das oben geschrieben machen sie es eh. Das ist jetzt schon eher punkiger Alternative als punkiger Pop. Mehr "Rise Against" und weniger "Sum41". Yo. 

9 - "Parents, Love And Other Diseases": Hier trauen sie sich an ein grooviges Stück. Ich mag auch den sprachlichen Twist im Titel. Leider fällt das Lied mit dem Refrain etwas ab. 

10 - "My Last Song": Ballade mit eingängiger Melodie. 

11 - "Creme (Believe Me)" - So, ja, jetzt, sind wir jetzt mal ehrlich: Spanisch klingt einfach besser als Englisch. Ist einfach so. Klingt auch frischer und unverbrauchter. Dicker Pluspunkt für den spanischen Text. Bitte mehr davon auf der nächsten Cd! 


Fazit:

Das Rad wird hier zwar definitiv nicht neu erfunden aber "Life in Disorder" bieten soliden Pop-Punk in amerikanischer Tradition Richtung Blink182 und Sum41. Am besten klingen sie aber in den Momenten, an denen sie diese Schiene verlassen. Das heisst, an einigen Dingen kann und sollte in Zukunft zwar noch gefeilt werden, aber Songwriting und Arrangements gefallen schonmal und auch wenn ich mir mehr Eigenständigkeit wünschen würde, stecken durchaus einige gute Ideen drin. Die Texte drehen sich ums Leben und die Liebe, was ja jeden irgendwann mal beschäftigt. Ich hab das Gefühl das Ganze kommt live nochmal besser, es schmeckt definitiv nach Party und Tanzen. Hop! 

Das ergibt insgesamt 4 von 5 Cafeknödeln, die nach Wels gehen. 

Pluspunkte: 
+Arrangements 
+Mitsingtauglich 
+Zumindest ein Song auf Spanisch 

Minuspunkte: 
- Am Gesang gehrt noch etwas gearbeitet 
- Allgemein etwas mehr Biss und Dynamik (mag aber auch an der Produktion liegen) 
- Etwas mehr Eigenständigkeit entwickeln 

 

Anspieltipps: 
Dance ( the dj made us fall apart) 
Perfect World 

 

 

 

 

(verfasst von Gerd)